Rathausecho 07.12.2019 (Christian Elsner)

Umgehungsstraße für Freckenhorst!

Nun ist es inzwischen fast 70 Jahre her, dass zum ersten Mal die Rede war von einer Umgehungsstraße für Freckenhorst. Natürlich könnte man fragen, was ist in diesen Jahren passiert, wo sich doch schon Generationen von Bürgerinnen und Bürgern Hoffnung gemacht und für den Bau dieser Straße engagiert haben. Immer wieder gab es tröstende Worte und Bekundungen und man fragte sich, welche Generation den Baubeginn denn nun erleben dürfe? Gespannt sein darf man auf die Informationsveranstaltung von Straßen NRW in der nächsten Woche in Freckenhorst, wo im Zuge einer frühen Öffentlichkeitsbeteiligung die Bevölkerung über den aktuellen Planungsstand informiert werden soll.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob es Alternativen zur derzeitigen Planung der L547n für Freckenhorst gibt? Der Bezirksausschuss Freckenhorst-Hoetmar hat die Einführung von Tempo 30 auf einem Teil der Ortsdurchfahrt beschlossen. Dieser Beschluss ist wichtig, in Bezug auf die Verkehrssicherheit und die Lärmbelastung der Anrainer. Jedoch löst er nicht das originäre Problem. Der Verkehr durch den Ortskern besteht zu 80% aus Durchgangsverkehr, der dringend raus muss aus der Stadt. Natürlich ist es auch wichtig alternative Mobilitätskonzepte zu erarbeiten, wie z.B. Carsharing. Ebenso alternative Antriebe, wie die Brennstoffzelle werden in Zukunft wichtiger denn je, um das Grundbedürfnis nach Mobilität befriedigen zu können. Auch wenn sich die Formen der Mobilität zwangsläufig verändern müssen, braucht dieser Ortsteil dringend eine Entlastung.

Klar ist, dass der Neubau einer Straße immer ein Eingriff in den Naturhaushalt ist. Dieser Eingriff ist aber durch die Steigerung an Lebensqualität zu rechtfertigen. Diese Straße wird ca. 6 ha. Flächenverbrauch nach sich ziehen, also eine ganz andere Dimension als bei der geplanten B64n, die die SPD in ihrer jetzigen Planung ablehnt. Ebenso werden in Freckenhorst alternative Linienführungen diskutiert, besonders die sog. kleine Lösung mit einer engeren Führung um den Ortskern. Aufgrund eines möglicherweise geringeren Flächenverbrauchs, mag diese Lösung zunächst einen gewissen Charme haben. Allerdings darf man auch gravierende Nachteile nicht verschweigen. Eine Trassenführung in relativer Nähe von Wohngebieten, z.B. die Baugebiete am Feidiek, ist aus Lärm- und Immissionsschutzrechtlicher Perspektive höchst problematisch. Des weiteren  lässt sich am Beispiel von Sassenberg und Everswinkel idealtypisch aufzeigen, dass eine enge Linienführung für die weitere städtebauliche Entwicklung ein großer Hemmschuh ist.

Damit auch ohne die dringend benötigte Umgehungstraße nicht die Stadtentwicklung in Freckenhorst auf der Strecke bleibt, hat die SPD vielfach u.a. auch in den kürzlich erfolgten Haushaltsplanberatungen immer wieder auf die Notwendigkeit eines ISEK für die Stiftsstadt hingewiesen und dieses gefordert. Nachdem planerisch die Zeichen für den Neubau der Straße aus Düsseldorf auf grün stehen, darf man vorsichtig optimistisch sein; ebenso warten aber noch viele Herausforderungen, wie z.B. der notwendige Flächenerwerb.

Christian Elsner

SPD-Ratsmitglied

Keine Kommentare vorhanden

Machen Sie bei der Konversation mit.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.